Bamberg.Gemeinsam.Mobil.

Wir, Bamberger Bürgerinnen und Bürger, teilen das Bestreben, die Belastung unserer Innenstadt durch verkehrsbedingte Emissionen und Lärm zu senken. Eine Weltkulturerbestadt ohne verstopfte Straßen, Verkehrschaos und Luftverschmutzung ist auch unser Ziel, ebenso wie klimabewusstes Handeln.

Die Fraktionen von Grünes Bamberg/ÖDP/VOLT und SPD fordern in ihrem Kooperationspapier eine “Verkehrswende” hin zu einer “Fahrradstadt Bamberg”. Bei einem Teil der dort formulierten Ziele sehen wir aber eine einseitige Ausrichtung auf den Radverkehr und eine unverhältnismäßige Behinderung des motorisierten Individualverkehrs. Auch die Interessen von Fussgängerinnen und Fussgängern werden nicht angemessen berücksichtigt. Dies ist für uns keine “Verkehrswende”, sondern destruktive Klientelpolitik ohne die erkennbare Absicht, Verkehrsströme sinnvoll zu lenken und sich dabei die Vielfalt der Verkehrsmittel zunutze zu machen. Wir setzen auf Motivation und Eigenverantwortung statt auf Verbote und Bevormundung oder gar Ausgrenzung. Wir streben ganzheitlich optimierte Konzepte an, bevor Fronten verhärten und den Blick auf Lösungen für wohl lange Zeit verstellen.
Wir setzen auf Motivation und Eigenverantwortung statt auf Verbote und Bevormundung.

Wir unterstützen das in dem Kooperationspapier formulierte Ziel von mehr Bürgerbeteiligung – und fordern die Beachtung der Interessen aller Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Anwohnerinnen und Anwohner in der Innenstadt, der Gewerbetreibenden und der Berufspendler ein.

Entschieden wenden wir uns insbesondere gegen:

  • Einen Abbau der Anwohnerparkplätze und die geplante Erhöhung der Kostenpauschale; die Etablierung sogenannter “Pop Up”-Zonen auf Kosten des Parkplatzangebotes darf nicht zur Reduzierung von Anwohnerparkplätzen durch die Hintertür führen.
  • Die alternativlose Sperrung von Verkehrsadern in der Innenstadt wie zum Beispiel der Langen Straße.
  • Den Ausbau von “Fahrradstraßen” oder Ampel-Neuregelungen ohne Beachtung der Auswirkungen auf den Verkehrsfluss.

Stattdessen setzen wir uns insbesondere dafür ein:

  • Dass die Anwohnerinnen und Anwohner und alle Bambergerinnen und Bamberger in jede verkehrspolitische Maßnahme, die sie betrifft, frühzeitig aktiv einbezogen werden.
  • Für den großzügigen Ausbau eines Rings von städtischen -kostenfreien- P+R Plätzen mit kostenloser ÖPNV-Anbindung in die Innenstadt sowie ein Besucher-Terminal im Hafen, nicht nur für Kreuzfahrtschiffe, sondern auch für Busse und PKW.
  • Dass die Stadt aktiv dafür eintritt, im Interesse der Verkehrssicherheit auch das Verkehrsverhalten von Fahrradfahrern verstärkt zu überprüfen.

Wir wenden uns ausdrücklich nicht gegen alle Punkte des “Kooperationspapiers”, sondern verstehen uns als überparteiliche Bürgerinitiative, die dazu beitragen will, unsere Stadt lebenswerter zu gestalten.

Im Papier wird versprochen: “Neue und bewährte Strukturen sollen dafür sorgen, dass sich Bürger*innen über städtisches und kommunalpolitisches Handeln informieren und sich wirkungsvoll daran beteiligen können.”

Wir nehmen dieses Angebot als Initiative Bamberger Bürgerinnen und Bürger gerne an:

Die Neustrukturierung der Verkehrsräume in der Innenstadt ist in ihrer Tragweite mit der Konversion oder dem Bahnausbau vergleichbar und wird weitgehende Auswirkungen haben.

Es geht um wesentlich mehr, als um einzelne verkehrspolitische Maßnahmen:

Es geht um die künftige Struktur unserer Stadt!